KADEA
← Blog

Coaching-App mit eigenem Logo: was White Label bedeutet

Software · 27. August 2026 · 8 Minuten

Kurz gesagt

White Label wird für zwei verschiedene Dinge benutzt. Gemeint ist entweder Branding — deine Farben und dein Logo in einer gemeinsam genutzten App — oder ein eigener Eintrag im App Store und bei Google Play unter deinem Namen. Branding ist bei vielen Anbietern enthalten oder kostet wenig, ein eigener Store-Eintrag wird als Aufpreis verkauft: nach öffentlichen Preislisten ab rund 169 US-Dollar einmalig für die Einrichtung und rund 39 bis 225 US-Dollar im Monat laufend. Der Unterschied ist nicht kosmetisch, denn ein eigener Eintrag bringt eigene Prüfungen und eigene Pflege mit.

„White Label" klingt nach einer Sache und meint zwei. Genau daran scheitern die meisten Vergleiche: Zwei Anbieter werben mit demselben Wort und liefern etwas völlig Verschiedenes.

Was heißt White Label bei einer Coaching-App?

Wörtlich: ein Produkt ohne Etikett des Herstellers, das der Wiederverkäufer mit dem eigenen Namen versieht. Übertragen auf Coaching-Apps zerfällt das in zwei Stufen, die nichts miteinander zu tun haben:

BrandingEigener Store-Eintrag
Was der Klient lädteine App, die mehrere Trainer nutzeneine App unter deinem Namen
Was der Klient siehtdeine Farben, dein Logo, deine Formendasselbe, plus deinen Namen im Store
Wer im Store stehtder Anbieterdu
Preisoft enthalten oder geringer AufpreisAufpreis, siehe unten
Zusätzliche ArbeitkeineEntwicklerkonto, Prüfungen, Pflege

Die Verwechslung ist folgenreich, weil in Verkaufsgesprächen die zweite Stufe versprochen und die erste geliefert wird — oder umgekehrt der Aufpreis für etwas gezahlt wird, das im Alltag niemand bemerkt.

Was kostet ein eigener Eintrag im Store?

Drei Posten kommen zusammen. Die Anbieterpreise stammen aus öffentlichen Preislisten, Stand August 2026, und sind Größenordnungen:

PostenBetrag
Einrichtung beim Anbieterab rund 169 US-Dollar einmalig
Laufender Aufpreis beim Anbieterrund 39 bis 225 US-Dollar im Monat
Apple Developer Program99 US-Dollar im Jahr
Google-Play-Entwicklerkonto25 US-Dollar einmalig

Der laufende Aufpreis ist der entscheidende Posten, weil er den Grundtarif in manchen Fällen mehr als verdoppelt. Wie sich das zum übrigen Softwaremarkt verhält, steht in Personal-Trainer-Software: Vergleich und Kriterien.

Was kommt nach der Veröffentlichung auf dich zu?

Der Eintrag ist nicht das Ende, sondern der Anfang eines Betriebs. Was danach regelmäßig anfällt:

  • Prüfung bei jeder Version. Apple gibt an, 90 Prozent der Einreichungen innerhalb von 24 Stunden zu prüfen. Das ist schnell, aber es passiert jedes Mal — und Ablehnungen kommen vor.
  • Neue Betriebssystemfassungen. iOS und Android erscheinen jährlich in neuen Hauptversionen, und mit ihnen ändern sich Anforderungen an Apps.
  • Eigene Store-Seite. Beschreibung, Bildschirmfotos, Alterseinstufung, Angaben zum Datenschutz — alles gepflegt von dir, nicht vom Anbieter.

Das ist keine tägliche Arbeit, aber es ist Arbeit, die vorher nicht da war.

Merken Klienten überhaupt, wessen App sie benutzen?

In der täglichen Nutzung kaum. Wer über einen Einladungscode einsteigt, sieht ab dem ersten Bildschirm die Marke seines Trainers — Farben, Logo, Formen. Der Name des Anbieters taucht danach nicht mehr auf.

Sichtbar wird der Unterschied an genau einer Stelle: beim Herunterladen. Wer für diesen einen Moment einen dreistelligen Betrag im Monat zahlt, sollte wissen, dass er ihn dafür zahlt.

Wichtiger als das Etikett ist ohnehin, dass der Einstieg funktioniert. Woran er scheitert, steht in Klienten-Onboarding: wie neue Leute in die App kommen.

Wann lohnt sich die eigene Veröffentlichung?

Die Frage lässt sich auf eine reduzieren: Soll die App ein Verkaufskanal sein oder ein Betreuungswerkzeug?

SituationSinnvoll
Klienten kommen über Empfehlung und ErstgesprächBranding reicht
Die App soll im Store gefunden und geladen werdeneigener Eintrag
Betreuung läuft mit festem StammBranding reicht
Digitales Produkt für Fremde, ohne persönlichen Kontakteigener Eintrag

Für die große Mehrheit der Einzelbetreuung gilt die erste Zeile. Wie Klienten tatsächlich entstehen, steht in Klienten gewinnen ohne Werbebudget.

Was bringt Branding ohne eigenen Store-Eintrag?

Mehr, als der Preisunterschied vermuten lässt. Eine App in den eigenen Farben wirkt an drei Stellen: Sie macht die Betreuung sichtbar, sie trennt dich von Trainern ohne eigenes Erscheinungsbild, und sie hält die Aufmerksamkeit bei dir statt bei einer fremden Marke.

Das ist derselbe Effekt, den ein eigenes Logo auf Rechnungen und Plänen hat — nur an der Stelle, an der Klienten täglich hinsehen. Wie sich daraus eine Marke aufbauen lässt, steht in Eigene Marke als Trainer aufbauen.

Ändert ein eigenes Logo etwas an der Rechtslage?

Nein — und das ist der Punkt, an dem Branding regelmäßig überschätzt wird. Wer die Daten seiner Klienten verarbeitet, bleibt dafür verantwortlich, unabhängig davon, welches Logo auf dem Bildschirm steht. Der Anbieter der Plattform ist Auftragsverarbeiter, du bist Verantwortlicher.

Praktisch heißt das: Ein Auftragsverarbeitungsvertrag ist genauso nötig wie ohne Branding, und die Angaben in deiner Datenschutzerklärung ändern sich nicht. Trainingsdaten bleiben Gesundheitsdaten nach Art. 9 DSGVO, und die Einwilligung dafür holst du ein, nicht die App.

Ein eigenes Logo kann diese Verantwortung sogar sichtbarer machen: Klienten, die deine Marke sehen, fragen dich — nicht den Anbieter. Was das konkret bedeutet, steht in Auftragsverarbeitungsvertrag für Personal Trainer und Datenschutzerklärung für Personal Trainer.

Worauf achtest du im Angebot?

Drei Fragen klären den Punkt in einem Satz, bevor Geld fließt:

  1. Steht mein Name im App Store, oder nur in der App?
  2. Ist der Betrag einmalig oder monatlich, und läuft er zusätzlich zum Tarif?
  3. Wer reicht neue Versionen ein — der Anbieter oder ich?

Wer diese drei Antworten schriftlich hat, kann Angebote überhaupt erst vergleichen. Ohne sie vergleicht man Wörter.

KADEA ist eine Coaching-App für Personal Trainer im deutschsprachigen Raum: Trainingspläne, 412 Übungen mit Video, Nachrichten und Fortschritt in einer App, die das Logo und die Farben des Trainers trägt. Der Zugang kostet 50 € im Monat plus 10 € je aktivem Klienten (zzgl. USt.), die Daten liegen auf EU-Servern in Irland.

Gemeint ist damit die erste Stufe: Branding in einer gemeinsam genutzten App, kein eigener Store-Eintrag je Trainer. Wie das aussieht, steht auf der Startseite; Trainer bewerben sich über Trainer werden.

Fazit

White Label heißt in der Praxis entweder Branding oder eigener Store-Eintrag, und die beiden trennen mehrere hundert Euro im Jahr. Branding kostet wenig, wirkt täglich und macht keine Arbeit. Ein eigener Eintrag kostet laufend, bringt eigene Prüfungen und eigene Pflege und lohnt sich nur, wenn die App selbst Menschen anziehen soll. Wer über Empfehlung arbeitet, zahlt sonst für einen Namen, den seine Klienten genau einmal sehen.

Häufige Fragen

Was bedeutet White Label bei einer Coaching-App?

Der Begriff wird für zwei Dinge benutzt. Entweder Branding: deine Farben und dein Logo erscheinen in einer App, die mehrere Trainer gemeinsam nutzen. Oder ein eigener Eintrag im App Store und bei Google Play, der auf deinen Namen läuft und in dem der Anbieter nicht auftaucht. Wer vergleicht, sollte immer nachfragen, welche der beiden Varianten gemeint ist.

Was kostet eine eigene App im Store?

Nach öffentlichen Preislisten wird der eigene Store-Eintrag als Zusatzleistung verkauft: einmalige Einrichtung ab rund 169 US-Dollar, laufend je nach Anbieter rund 39 bis 225 US-Dollar im Monat zusätzlich zum normalen Tarif. Dazu kommen die Gebühren der Stores selbst: 99 US-Dollar im Jahr bei Apple und 25 US-Dollar einmalig bei Google.

Merken Klienten, dass die App nicht meine eigene ist?

In der täglichen Nutzung kaum, wenn Farben, Logo und Formen stimmen — die App wird über einen Einladungscode geöffnet und zeigt danach durchgehend die Marke des Trainers. Sichtbar wird der Unterschied nur beim Herunterladen, weil im Store der Name des Anbieters steht.

Lohnt sich ein eigener Store-Eintrag?

Er lohnt sich, wenn die App selbst als Verkaufskanal dienen soll, also Menschen sie im Store suchen und finden sollen. Für Betreuung, die über Empfehlung und Erstgespräch entsteht, bringt er wenig: Diese Klienten kommen ohnehin über einen Einladungscode und nicht über die Store-Suche.

Was kommt nach der Veröffentlichung an Arbeit dazu?

Ein eigenes Entwicklerkonto, eine eigene Prüfung bei jeder neuen Version und Anpassungen bei jeder neuen iOS- und Android-Fassung. Apple gibt an, 90 Prozent der Einreichungen innerhalb von 24 Stunden zu prüfen, doch geprüft wird eben jedes Mal — und abgelehnt wird auch.

KADEA ist die Coaching-App unter deinem Namen.

Trainingspläne, 412 Übungen mit Video, Nachrichten, Fortschritt — mit deinem Logo und deinen Farben. 50 € im Monat plus 10 € je Klient, 14 Tage gratis.