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Was verdient ein Personal Trainer im DACH-Raum?

Betrieb · 27. August 2026 · 11 Minuten

Kurz gesagt

Angestellte Personal Trainer verdienen in Deutschland üblicherweise 2.200 bis 2.700 Euro brutto im Monat, in Österreich liegt die Größenordnung bei 3.000 bis 3.600 Euro. Selbstständige rechnen mit Honoraren von 50 bis 100 Euro je Stunde, mit Ruf und Erfahrung auch darüber. Diese Zahl ist aber kein Einkommen: Zwischen Honorar und dem, was bleibt, liegen unbezahlte Arbeitszeit, Betriebsausgaben, Sozialversicherung und Steuer. In Österreich allein machen die Sozialversicherungssätze zusammen 26,83 Prozent der Beitragsgrundlage aus.

Auf die Frage nach dem Verdienst antwortet die Branche fast immer mit einem Stundensatz. Das ist die am häufigsten genannte und die am wenigsten aussagekräftige Zahl, weil zwischen ihr und dem, was am Monatsende bleibt, vier Posten liegen.

Was verdienen angestellte Trainer?

Hier ist die Antwort noch einfach, weil es ein Bruttogehalt gibt:

Größenordnung
Deutschland2.200 bis 2.700 Euro brutto im Monat, rund 26.000 Euro im Jahr
Österreich3.000 bis 3.600 Euro brutto im Monat

Diese Werte stammen aus Branchenübersichten und öffentlichen Angaben, nicht aus einer amtlichen Erhebung, und sie schwanken stark nach Bundesland, Betriebsgröße und Anteil der Provision.

Der Vergleich zur Selbstständigkeit fällt damit oft zugunsten der Anstellung aus — was regelmäßig überrascht, weil dabei der Stundensatz gegen ein Bruttogehalt gehalten wird und nicht gegen ein Nettoergebnis.

Was verdienen selbstständige Trainer?

Übliche Honorare liegen bei 50 bis 100 Euro je Stunde, mit gutem Ruf und einigen Jahren Erfahrung auch über 100 Euro. Der Preis, den der Klient zahlt, liegt darüber — die Spannen dafür stehen in Was kostet Personal Training?.

Diese Zahl ist Umsatz. Was daraus wird, entscheiden vier Posten.

Welche vier Posten liegen zwischen Honorar und Einkommen?

PostenWas er wegnimmt
Unbezahlte ArbeitszeitFahrt, Planung, Nachrichten, Verwaltung
BetriebsausgabenRaum, Versicherung, Software, Fortbildung, Fahrzeug
Sozialversicherungin Österreich zusammen 26,83 Prozent der Beitragsgrundlage
Einkommensteuerab 13.539 Euro (2026, Österreich)

Der erste Posten ist der größte und der einzige, der in keiner Abrechnung auftaucht. Nach einer Branchenerhebung entfallen rund 15 Stunden pro Woche auf Planung, Pläne und Organisation. Bei einer 40-Stunden-Woche bleiben damit höchstens 25 Stunden, die überhaupt verkauft werden können — und das ist eine Obergrenze, keine Auslastung.

Wie viel geht in Österreich an die Sozialversicherung?

Die SVS-Sätze im Einzelnen:

  • 18,5 Prozent Pensionsversicherung
  • 6,8 Prozent Krankenversicherung
  • 1,53 Prozent Selbständigenvorsorge

Zusammen 26,83 Prozent der Beitragsgrundlage. Dazu kommt die Unfallversicherung mit fix 12,95 Euro im Monat — sie fällt auch dann an, wenn eine Ausnahme von Kranken- und Pensionsversicherung besteht.

Zwei Grenzen begrenzen den Betrag nach unten und oben: Die Mindestbeitragsgrundlage liegt 2026 bei 551,10 Euro im Monat, die Höchstbeitragsgrundlage bei 8.085 Euro im Monat. Wer wenig verdient, zahlt also trotzdem auf die Mindestgrundlage — das trifft Gründer im ersten Jahr regelmäßig unvorbereitet. Was sonst zur Gründung gehört, steht in Personal Trainer werden in Österreich.

Ab wann zahle ich Steuern?

Zwei Uhren, die nichts miteinander zu tun haben:

  • Einkommensteuer: In Österreich bleiben 2026 die ersten 13.539 Euro steuerfrei, darüber greift der Tarif stufenweise.
  • Umsatzsteuer: Sie hängt nicht am Gewinn, sondern am Umsatz. Die Kleinunternehmergrenze liegt in Österreich bei 55.000 Euro brutto im Jahr, in Deutschland gelten 25.000 Euro Vorjahr und 100.000 Euro laufendes Jahr. Einzelheiten in Kleinunternehmerregelung für Trainer.

Die Verwechslung der beiden ist der häufigste Fehler im ersten Jahr — und der teuerste, weil eine übersehene Umsatzsteuerpflicht rückwirkend gilt.

Wie rechne ich das für mich selbst durch?

In dieser Reihenfolge, und nicht in der umgekehrten:

  1. Wie viel brauche ich netto im Monat? Das ist der Ausgangspunkt, nicht der Stundensatz.
  2. Was kostet der Betrieb im Jahr? Alle Ausgaben, auch die jährlichen.
  3. Wie viele Stunden kann ich realistisch verkaufen? Nicht wie viele in den Kalender passen.
  4. Erst dann der Stundensatz.

Die vollständige Rechnung mit allen vier Größen steht in Personal-Training-Preise kalkulieren, und ab wie vielen Stunden der Betrieb überhaupt trägt, in Auslastung berechnen.

Warum verdienen viele Trainer weniger, als sie denken?

Weil sie mit der Spitzenwoche rechnen. Eine Woche mit 22 Einheiten fühlt sich wie der Normalfall an, sobald sie einmal vorgekommen ist — im Jahresschnitt liegt sie aber deutlich darunter, sobald Urlaub, Krankheit, Feiertage und Klientenwechsel eingerechnet sind.

Dazu kommt ein Denkfehler bei der Zeit: Fahrt und Leerlauf zwischen Terminen werden nicht als Arbeitszeit empfunden, kosten aber genau so viel Woche wie eine Einheit. Die Gegenüberstellung dazu steht in Online oder vor Ort.

Was hebt das Einkommen tatsächlich?

Nicht der Stundensatz allein. Drei Hebel wirken stärker:

  • Weniger unbezahlte Zeit. Jede eingesparte Stunde Verwaltung ist eine Stunde, die verkauft werden kann — bei 15 Stunden pro Woche ist dort der größte Spielraum.
  • Wiederkehrende statt einzelner Einnahmen. Sie senken den Aufwand für Nachverkauf und machen Ausfälle planbar; ausführlich in Wiederkehrende Einnahmen aufbauen.
  • Bestandskunden halten. Nach einer verbreiteten Faustformel ist die Gewinnung eines neuen Kunden rund fünfmal teurer als das Halten eines bestehenden.

Was ändert eine App an dieser Rechnung?

Sie greift am ersten Hebel an, nicht am Preis. Was Zeit kostet, ist nicht das Training, sondern das Drumherum: Pläne neu schreiben, die alle schon einmal geschrieben wurden, Rückfragen beantworten, die in einer Übersicht beantwortet wären, und Fortschritt zusammensuchen, der ohnehin eingetragen wurde.

KADEA ist eine Coaching-App für Personal Trainer im deutschsprachigen Raum: Trainingspläne, 412 Übungen mit Video, Nachrichten und Fortschritt in einer App, die das Logo und die Farben des Trainers trägt. Der Zugang kostet 50 € im Monat plus 10 € je aktivem Klienten (zzgl. USt.), die Daten liegen auf EU-Servern in Irland.

Was das im Betrieb bedeutet, zeigt die Startseite, häufige Fragen beantwortet die Seite Fragen, und Trainer bewerben sich über Trainer werden.

Fazit

Angestellte Trainer verdienen in Deutschland üblicherweise 2.200 bis 2.700 Euro brutto im Monat, in Österreich 3.000 bis 3.600 Euro. Bei Selbstständigen gibt es keine vergleichbare Zahl, weil der genannte Stundensatz von 50 bis 100 Euro Umsatz ist und nicht Einkommen. Was ihn auf ein Einkommen reduziert, sind vier Posten — und der größte davon, die unbezahlte Arbeitszeit von rund 15 Stunden pro Woche, taucht in keiner Rechnung auf. Wer seinen Verdienst kennen will, rechnet deshalb nicht vom Stundensatz nach vorne, sondern vom Nettobedarf nach hinten.

Hinweis: Die genannten Gehalts- und Honorarwerte stammen aus Branchenübersichten und öffentlichen Angaben mit Stand August 2026 und sind als Spanne zu lesen, nicht als amtliche Erhebung. Die Steuer- und Sozialversicherungswerte gelten für 2026 und ändern sich jährlich. Der Beitrag ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.

Häufige Fragen

Was verdient ein angestellter Personal Trainer?

In Deutschland üblicherweise 2.200 bis 2.700 Euro brutto im Monat, also rund 26.000 Euro im Jahr. In Österreich liegt die Größenordnung bei 3.000 bis 3.600 Euro brutto im Monat. Die Werte stammen aus Branchenübersichten und öffentlichen Angaben, nicht aus einer amtlichen Erhebung.

Wie viel verdient ein selbstständiger Personal Trainer?

Übliche Honorare liegen bei 50 bis 100 Euro je Stunde, mit gutem Ruf und einigen Jahren Erfahrung auch über 100 Euro. Das ist aber Umsatz, nicht Einkommen. Davon gehen Betriebsausgaben, Sozialversicherung und Steuer ab, und ein erheblicher Teil der Arbeitszeit wird gar nicht bezahlt.

Warum ist der Stundensatz die falsche Zahl?

Weil eine bezahlte Stunde selten eine Arbeitsstunde ist. Nach einer Branchenerhebung entfallen rund 15 Stunden pro Woche auf Planung, Pläne und Organisation. Bei einer 40-Stunden-Woche bleiben damit höchstens 25 Stunden übrig, die überhaupt verkauft werden können.

Wie viel Sozialversicherung zahlt ein selbstständiger Trainer in Österreich?

Die SVS-Sätze betragen 18,5 Prozent Pensionsversicherung, 6,8 Prozent Krankenversicherung und 1,53 Prozent Selbständigenvorsorge, zusammen 26,83 Prozent der Beitragsgrundlage. Dazu kommt die Unfallversicherung mit fix 12,95 Euro im Monat. Die Mindestbeitragsgrundlage liegt 2026 bei 551,10 Euro im Monat.

Ab welchem Einkommen zahle ich Einkommensteuer?

In Österreich bleiben 2026 die ersten 13.539 Euro steuerfrei. Darüber greift der Tarif stufenweise. Die Umsatzsteuer ist davon unabhängig und hängt an der Kleinunternehmergrenze von 55.000 Euro brutto im Jahr.

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