Software-Kosten steuerlich absetzen
Betrieb · 27. August 2026 · 10 Minuten
Kurz gesagt
Laufende Software-Abonnements sind Betriebsausgaben und mindern den Gewinn in dem Jahr, in dem sie anfallen — auch wenn sie in der Summe über den Grenzen für geringwertige Wirtschaftsgüter liegen. Für gekaufte Anschaffungen gelten dagegen Betragsgrenzen: in Österreich 1.000 Euro, in Deutschland 800 Euro netto, jeweils sofort absetzbar. Darüber wird über die Nutzungsdauer verteilt. Wer der Regelbesteuerung unterliegt, zieht zusätzlich die Vorsteuer; als Kleinunternehmer entfällt dieser Weg.
Software ist für die meisten Trainer die zweitgrößte laufende Betriebsausgabe nach dem Fahrzeug — und die, bei der am häufigsten falsch gebucht wird. Der Unterschied liegt nicht am Betrag, sondern daran, ob etwas gekauft oder gemietet wird.
Warum werden Abos anders behandelt als gekaufte Programme?
Weil ein Abonnement ein zeitlich begrenztes Nutzungsrecht ist und kein Wirtschaftsgut, das über Jahre genutzt wird. Es ist damit eine sofort abziehbare Betriebsausgabe in dem Jahr, in dem es anfällt — auch dann, wenn die Jahressumme über den Grenzen für geringwertige Wirtschaftsgüter liegt.
Das gilt für laufende Software ebenso wie für Cloud-Dienste. Praktisch heißt es: Ein Abo wird schlicht gebucht, ohne Abschreibungsrechnung, ohne Verteilung, ohne Anlagenverzeichnis.
Welche Grenzen gelten für Anschaffungen?
| Österreich | Deutschland | |
|---|---|---|
| Sofort absetzbar bis | 1.000 Euro | 800 Euro netto |
| Alternative Verteilung | 250 bis 1.000 Euro über 5 Jahre | 250,01 bis 800 Euro netto über 5 Jahre |
| Darüber | Abschreibung über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer | dieselbe Logik |
Ein Laptop für 900 Euro netto ist damit in Österreich sofort absetzbar und in Deutschland nicht — derselbe Kauf, zwei Behandlungen. Wer knapp über einer Grenze liegt, sollte vor dem Kauf rechnen; der Unterschied betrifft nicht die Höhe des Abzugs, sondern nur den Zeitpunkt, kann aber im Gründungsjahr spürbar sein.
Wann lohnt sich der Sammelposten?
Für die meisten Selbstständigen nicht. Er verteilt den Abzug über fünf Jahre, während die Sofortabschreibung ihn vollständig ins laufende Jahr zieht — bei einem Betrieb mit schwankendem Gewinn ist das fast immer der bessere Weg.
Ausnahme ist ein Jahr mit sehr niedrigem Gewinn: Wer ohnehin unter dem steuerfreien Betrag von 13.539 Euro (Österreich, 2026) liegt, verschenkt den Abzug im laufenden Jahr und hätte ihn in einem späteren, stärkeren Jahr besser genutzt. Was sonst die Steuerlast bestimmt, steht in Was verdient ein Personal Trainer?.
Was gilt bei privater Mitbenutzung?
Abgesetzt wird nur der betriebliche Anteil. Er muss nachvollziehbar geschätzt und begründet sein — bei einem Gerät, das überwiegend privat genutzt wird, kann der Abzug ganz entfallen.
Das betrifft in der Praxis vor allem drei Posten: Telefon, Internetanschluss und das Fahrzeug. Bei Software ist der Fall meist eindeutig, weil eine Trainer-App keine private Nutzung kennt.
Was ist mit der Umsatzsteuer?
Sie ist der Punkt, an dem sich die Rechnung für Kleinunternehmer dreht:
| Regelbesteuerung | Kleinunternehmer | |
|---|---|---|
| Betriebsausgabe | Nettobetrag | Bruttobetrag |
| Vorsteuerabzug | ja | nein |
Wer der Regelbesteuerung unterliegt, holt sich die Umsatzsteuer aus jeder Software-Rechnung zurück. Kleinunternehmer können das nicht — für sie ist der Bruttobetrag die Ausgabe.
Bei hohen Anschaffungen spricht genau das manchmal für den freiwilligen Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung. Die Abwägung, mit den Grenzen für beide Länder, steht in Kleinunternehmerregelung für Trainer.
Welche digitalen Kosten fallen bei einem Trainer typischerweise an?
Mehr Posten, als einzeln auffallen — und alle mindern den Gewinn und damit die Bemessungsgrundlage für Steuer und Beiträge:
- Trainer- oder Coaching-Software
- Buchhaltungs- oder Rechnungsprogramm
- Konferenzlösung für Videocalls, sofern live angeleitet wird — die technischen Anforderungen dazu stehen in Videocall-Training
- Websitehosting und Domain
- Speicherplatz, sofern nicht ohnehin enthalten
- Endgeräte: Telefon, Tablet, Laptop, Stativ
Die Reihenfolge ist bewusst gewählt: Die ersten beiden Posten sind bei fast jedem Trainer die größten, werden aber am ehesten als Selbstverständlichkeit übersehen. Was sonst in der Buchhaltung untergeht, steht in Buchhaltung für Personal Trainer.
Ab wann mindert eine Ausgabe tatsächlich die Sozialversicherung?
Ein Punkt, der in Österreich regelmäßig übersehen wird: Betriebsausgaben senken nicht nur die Einkommensteuer, sondern auch die Beitragsgrundlage der Sozialversicherung — und die ist bei einem selbstständigen Trainer oft der größere Posten.
Die SVS-Sätze zusammen betragen 26,83 Prozent der Beitragsgrundlage (18,5 Prozent Pensionsversicherung, 6,8 Prozent Krankenversicherung, 1,53 Prozent Selbständigenvorsorge). Sie greifen bereits unterhalb der Einkommensteuergrenze, weil sie am Gewinn hängen und nicht am steuerpflichtigen Einkommen.
Zwei Grenzen begrenzen die Wirkung nach unten und oben: Unterhalb der Mindestbeitragsgrundlage von 551,10 Euro im Monat (2026) ändert eine zusätzliche Ausgabe an den Beiträgen nichts mehr, oberhalb der Höchstbeitragsgrundlage von 8.085 Euro im Monat ebenfalls nicht. Dazwischen wirkt jede belegte Betriebsausgabe doppelt.
Für die Praxis heißt das: Der Zeitpunkt einer größeren Anschaffung ist keine reine Steuerfrage. Wo genau der Effekt im Einzelfall liegt, rechnet der Steuerberater — die Größenordnung sollte man aber kennen, bevor man eine Anschaffung ins nächste Jahr schiebt.
Wie belege ich das im Prüfungsfall?
Über die Rechnung, nicht über den Kontoauszug. Ein Abbuchungsbeleg allein genügt nicht — es braucht eine Rechnung mit den üblichen Pflichtangaben.
Bei ausländischen Anbietern kommt hinzu, dass Rechnungen häufig nur zum Herunterladen im Konto bereitliegen und nicht zugeschickt werden. Wer sie nicht laufend sichert, sucht sie im Prüfungsfall in einem Konto, das womöglich nicht mehr besteht. Für Deutschland gilt dabei die GoBD-Anforderung, Belege binnen rund 10 Tagen zu erfassen.
Was heißt das für die Auswahl eines Werkzeugs?
Dass der monatliche Betrag nicht der entscheidende Vergleichswert ist, sondern was er ersetzt. Software mindert als Betriebsausgabe den Gewinn — die Zeit, die sie spart, erhöht dagegen die verkaufbaren Stunden, und dort liegt bei rund 15 Stunden Verwaltung pro Woche der größere Hebel. Die Rechnung dazu steht in Auslastung berechnen.
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Beide Beträge sind laufende Betriebsausgaben und damit sofort abziehbar. Die Funktionen zeigt die Startseite, häufige Fragen die Seite Fragen, und Trainer bewerben sich über Trainer werden.
Fazit
Die entscheidende Unterscheidung ist nicht der Betrag, sondern gekauft gegen gemietet: Laufende Abonnements sind sofort abziehbare Betriebsausgaben, ohne Betragsgrenze und ohne Verteilung. Für Anschaffungen gelten die Grenzen für geringwertige Wirtschaftsgüter — 1.000 Euro in Österreich, 800 Euro netto in Deutschland —, darüber wird über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Der zweite Hebel liegt bei der Umsatzsteuer: Nur mit Regelbesteuerung wird die Vorsteuer gezogen, und bei hohen Anschaffungen ist das ein eigenes Argument.
Hinweis: Die genannten Grenzen gelten für 2026 und ändern sich regelmäßig. Ob eine Ausgabe im Einzelfall in welcher Höhe abzugsfähig ist, hängt von den konkreten Umständen ab — der Beitrag ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.
Häufige Fragen
Kann ich ein Software-Abo komplett absetzen?
Ja. Ein laufendes Abonnement ist ein zeitlich begrenztes Nutzungsrecht und damit eine sofort abziehbare Betriebsausgabe — auch wenn die Jahressumme über den Grenzen für geringwertige Wirtschaftsgüter liegt. Es wird nicht über mehrere Jahre verteilt.
Bis zu welchem Betrag kann ich eine Anschaffung sofort absetzen?
In Österreich bis 1.000 Euro, in Deutschland bis 800 Euro netto. Diese geringwertigen Wirtschaftsgüter mindern den Gewinn vollständig im Jahr der Anschaffung. Darüber wird über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer verteilt abgeschrieben.
Was ist ein Sammelposten?
Eine Alternative zur Sofortabschreibung: In Deutschland können Güter zwischen 250,01 und 800 Euro netto in einen Sammelposten eingestellt und über fünf Jahre abgeschrieben werden, in Österreich gilt eine vergleichbare Möglichkeit für Werte zwischen 250 und 1.000 Euro. Für die meisten Selbstständigen ist die Sofortabschreibung günstiger.
Was gilt bei privater Mitbenutzung?
Abgesetzt wird nur der betriebliche Anteil. Der Anteil muss nachvollziehbar geschätzt und begründet sein — bei einem Gerät, das überwiegend privat genutzt wird, kann der Abzug ganz entfallen. Die Bewertung im Einzelfall gehört zum Steuerberater.
Kann ich die Umsatzsteuer aus Software-Rechnungen zurückholen?
Nur bei Regelbesteuerung. Kleinunternehmer weisen keine Umsatzsteuer aus und können im Gegenzug keine Vorsteuer ziehen — für sie ist der Bruttobetrag die Betriebsausgabe. Genau dieser Punkt spricht bei hohen Anschaffungen manchmal für den freiwilligen Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung.
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